"Die Tierformen ... werden danach in Handarbeit beschnitzt und bemalt, ein Arbeitsvorgang, der damals häufig von Kindern ausgeführt wurde. ... Hinzu kam die Abhängigkeit von den Verlegern. Diese erteilten zwar die Aufträge, stellten benötigte Zusatzmaterialien und garantierten die Abnahme, zahlten aber nur Hungerlöhne. Der Blick auf die Bedingungen, unter denen das Holzspielzeug entstanden ist, zeigt so auch die Kehrseite des bürgerlichen Spielzeugparadieses. Gerade in den Wochen vor Weihnachten - während in den reichen Familien auf das Christkind gewartet wurde - arbeiteten die Heimarbeiterfamilien unter Mithilfe der Kinder Tag und Nacht, um die saisonbedingte Nachfrage erfüllen zu können.
Den alten Holzspielsachen sieht man nicht an, unter welch quälenden Bedingungen sie entstanden sind, noch daß es sich dabei mehr und mehr um seriell gefertigte Massenware handelt. Allzu gern gaben sich die Käufer der Illusion hin, die Artikel seien nach wie vor das Ergebnis gemütlicher Feierabendgestaltung auf dem Lande."
(Aus: Spielzeug im Berlin Museum, Berlin 1988, S.12)
Und das galt natürlich ganz allgemein für Spielzeug aus der Produktion der Heimarbeiter. Noch deutlicher werden die Zustände in einem Text beschrieben, den ich im Nürnberger Spielzeug- Museum gefunden habe:
 
Spielzeug
 
 
 

Kinderarbeit in der Sonneberger
Puppenfabrikation, um 1905

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