Zum Alten Musée Imaginaire
MAGAZIN   LESESAAL   AUSSTELLUNGEN   KINDERECKE
Schriftzug
 
FAQs
Buchladen
Museumsbote
Anschaffungen
Impressum
     
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
 
 

Hans Baluschek

(Breslau 1870 - 1935 Berlin)
 
Selbstporträt
Biografie
"Hans Baluschek aus Breslau kam mit seinen Eltern 1876 als Sechsjähriger nach Berlin. Sein Vater war bei der Eisenbahn als Kgl.Ingenieur ('Kulturingenieuer') beschäftigt und ermöglichte dem interessierten Jungen genaue Einblicke in die Welt der Schienen und Züge, der Stellwerke, Signalanlagen. Lokomotivschuppen, kurz, in alle für den Betrieb der Bahn notwendigen Einrichtungen. Für kurze Zeit in Stralsund, kehrte Baluschek nach dem Abitur 1889 nach Berlin zurück, wo er an der Hochschule für Bildende Kunst bis 1894 studierte.
Der vor allem zeichnerisch begabte Baluschek war zunächst notgedrungen freischaffender Gebrauchsgrafiker und hauptsächlich als Illustrator für Zeitschriften und Kalender tätig. Seine Leidenschaft für die Eisenbahn führte ihn mit in diesem Bereich tätigen Menschen, meist Bahnarbeitern zusammen. Als Maler entdeckte er dabei um die Jahrhundertwende die allzu eintönig-graue Welt der Arbeiter und der verarmten Kleinbürger, Darstellungen, die das Publikum nicht erfreuten und von höchster Stelle als 'Rinnsteinkunst' abgetan wurden. ...
Aufgeschlossenen Kunsthändlern in Berlin ist es zu verdanken, daß sie das Neue aufspürten und in ersten Ausstellungen zu zeigen wagten. So stellte Gurlitt mehrmals zwischen 1895 und 1897 Arbeiten von Baluschek gemeinsam mit symbolischen Bildern von Martin Brandenburg aus. In ihrem Kunstwollen ein recht ungleiches Paar, blieben die beiden trotzdem enge Freunde. Selbstverständlich schloß sich der angefeindete Baluschek, der selbst ein korrekter und gepflegter Bürger war, auf Betreiben Liebermanns und Skarbinas der Gruppe der XI an und wurde im Jahr ihrer Gründung (1898 - P.K.) auch Mitglied der Berliner Secession, 1908 Mitglied der Ausstellungsleitung, und 1913 wählte man ihn in den Vorstand. Nach der Spaltung folgte er Liebermann in die Freie Secession.
Baluschek eröffnete 1908 in Berlin eine private Malschule für Damen, die der Sicherung seines Lebensunterhaltes diente. Vorher hatte er schon zusammen mit Käthe Kollwitz seine pädagogischen Fähigkeiten in der Schule des Vereins der Künstlerinnen erproben können.
In der Weimarer Republik war er auch in der Deputation für das Kunst- und Bildungswesen und anderen wichtigen Gremien tätig und Leiter der Großen Berliner Kunstausstellung. Als Mensch und Künstler war er allgemein geschätzt und gehörte zu den bekanntesten Vertretern des kulturellen Berlin. Am Rande sei noch erwähnt, daß sein sechzigster Geburtstag 1930 im Künstlerhaus an der Bellevuestraße mit einer großen Ausstellung seiner Werke gefeiert wurde. Drei Jahre später gehörte er zu den vom Dritten Reich verfemten Malern und gab alle seine Ämter auf. Im Jahre 1935 starb er."
(Wirth, Imgard: Berliner Malerei im 19.Jahrhundert. Berlin 1990, S.486)
Biografie
Literatur
Werke